Über mich und meine Gedanken
Mit meinem Bachelor-Studium zur klinischen Kunst- und Gestaltungstherapie an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin habe ich mir einen Traum erfüllt.
Mein Interesse an praktischer Arbeit mit Klienten, dem Austoben im künstlerischen und handwerklichen Gestalten und dem einfühlsamen Begleiten seelischer Prozesse fanden in diesem Berufsfeld eine wunderbare Verbindung
Vorbereitet war ich schon als Seminarleiterin für Gesundheitsthemen sowie im Coaching in der Erwachsenenbildung auf das aufmerksame, wertfreie Wahrnehmen meines Gegenübers. Als Entspannungspädagogin habe ich mit meinen Klienten den Wert von psychischer Vorsorge und Anti-Stress-Verfahren kennen und schätzen gelernt. Mit der kreativen Ausdrucksweise in der Kunsttherapie kamen darüber hinaus auch noch Freude am Schaffen hinzu. Zudem ist dabei ein Objekt entstanden, dass mit mehreren unserer Sinne erfassbar und über längere Zeiträume erhalten werden kann.
Und jetzt wird es etwas komplizierter…
Ich muss zugeben, dass ich mit dem Begriff „Kunsttherapie“ meine Schwierigkeiten habe.
Die „Kunst“ wird in unserer Gesellschaft mit Ausnahmetalenten, Museumswerken, Perfektion assoziiert und als finanzielle Wertanlage gehandelt. Dagegen werden die bildnerischen und gestalterischen Ergebnisse von Menschen wie Du und Ich gern als netten Zeitvertreib oder Bastelei abgewertet…“Das ist ja keine Kunst“…, „man muss schon richtig malen können“…, „dafür braucht es ein Studium und immer wieder Übungen“…
Für den Handel mit professionellen Kunstwerken mag das vielleicht stimmen.
Hier geht es aber um etwas Anderes.
Meinem Gefühl nach benötigen wir einen weiteren wertschätzenden Begriff für die Darstellung eines individuellen Selbstausdruckes und der dazugehörigen speziellen Beziehung zum eigenen Werk.
Und „Kunst“ ist auch nicht „künstlich“, sondern natürlich. Es ist das Natürlichste der Welt, seinen Ideen und Stimmungen zum Beispiel mit Farbe und Papier Ausdruck zu verleihen.
Ähnlich geht es mir mit dem Begriff „Therapie“. Es setzt fast immer eine Störung im Körper oder der Psyche voraus, die behandelt werden soll. Mittels Manipulation am Körper wie z.B. Physiotherapie oder im Inneren wie z. B. in der Psychotherapie wird mit bestimmten Techniken eine bestimmte Diagnose behandelt. Diese gebräuchliche Vorgehensweise im Gesundheitssystem stellt dadurch einen Experten einem eher unwissenden Patienten oder Klienten gegenüber. In meinen Sitzungen vermeide ich gern solch ein Ungleichgewicht, denn ich sehe den Gestaltenden als den Experten seines Lebens und seiner Welt.
Meine Rolle sehe ich als Begleiter auf der malerischen Reise zur eigenen Wertschätzung und zur Entdeckung neuer Bereiche von Lebensqualität und Selbstausdruck.
